Montag 20. November 2017

Katholischer Familienverband zur Bildungsreform

Vizepräsidentin Astrid Ebenberger begrüßt die grundsätzlichen Pläne im Bildungsbereich und fordert ein unbedingtes Mitspracherecht der Schulpartner bei schulautonomen Entscheidungen.

 

Wien, 19. Oktober 2016. Grundsätzlich positiv beurteilt Astrid Ebenberger, Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes den gestern (Dienstag, 18. Oktober) im Ministerrat vorgelegten Entwurf zur Bildungsreform. „Es ist gelungen, das Kind im Mittelpunkt und als wichtigsten Aspekt zu sehen – das ist zweifellos das Um und Auf einer gelungenen Bildungsreform“, so Ebenberger und begrüßt vor allem die Stärkung der Schulautonomie: „Allerdings darf hier der Einfluss der Schulpartner, nämlich der Schüler/innen, der Eltern und der Lehrer/innen nicht eingeschränkt werden“, sagt die Vizepräsidentin und fordert: „Autonome Maßnahmen dürfen nur mit Mitentscheidung der Eltern und Lehrenden erfolgen, ein bloßes Anhören dieser Schulpartner ist zu wenig!“

Dass Direktor/innen künftig ihr Lehrpersonal selbst aussuchen dürfen, geht für  Ebenberger in die richtige Richtung, sie betont aber, dass dabei ein besonderes Augenmerk auf Schulen in Ballungszentren gelegt werden muss: „Es darf hier nicht in einen Konkurrenzkampf ausarten!“ so die Vizepräsidentin, die selbst an einer Pädagogischen Hochschule unterrichtet. 

Für die Bildungsexpertin ist in diesem Zusammenhang das „Onboarding“ der neuen Lehrer/innen ein wesentlicher Aspekt: „Die neuen Lehrenden sollen nicht nur pädagogisch und programmatisch in die Schule passen, auch deren Einarbeitungsprozess muss künftig ein fixer Bestandteil der Ausbildung von Schulleiter/innen sein“, so Ebenberger.  „Die Bildung von Schulclustern ist großartig, um gemeinsame Ressourcen zu nutzen, Synergien zu bilden und Kindern Bildungsübergänge zu erleichtern“, ist Ebenberger überzeugt. „Allerdings muss die Schulleitung dann auch für diese Entwicklungsarbeit durch genügend administratives Personal freigespielt werden“, so Ebenberger.

 

Unter dem Aspekt der Personalauswahl kritisiert sie die neue Pädagogen/innenausbildung für die Sekundarstufe (5.-8. Klasse): „Diese wird wohl keine großen personellen Wahlmöglichkeiten zulassen“, ist ihre Befürchtung, da gewisse Fächer für die Neue Mittelschule an manchen Ausbildungsverbünden gar nicht angeboten werden: „Das wird die Zahl der Abgänger im Vergleich zu den ehemaligen Studiengängen an den Pädagogischen Hochschulen massiv reduzieren – damit werden wohl die Gymnasien bei der Lehrerauswahl gegenüber den Neuen Mittelschulen im Vorteil sein“, so ihre Befürchtung.

 

 

Ein besonderes Augenmerk will der Katholische Familienverband auch auf die Aufhebung der Höchstschülerzahl in Klassen legen: „Flexibilisierungsmaßnahmen sind zu begrüßen, wenn dadurch vielfältigere Angebote ermöglicht werden, begabte Schüler gefordert und Schwächere gezielt gefördert werden“, so Ebenberger und macht deutlich: „Es darf nicht bedeuten, dass dies zu einer schleichenden  Anhebung der Klassenschülerhöchstzahl führt.“

 

„Sollte es sich generell zeigen, dass sich hinter der gesamten Reform ein Sparpaket verbirgt, werden wir dagegen massiv  protestieren“, sagt die Vizepräsidentin und appelliert an alle Beteiligten im Schulbetrieb: „Bei allen Entscheidungen müssen pädagogische und nicht wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen“.

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