Katholischer Familienverband zum Vatertag: Es ist nicht heldenhaft, es ist überfällig
„Wir wollen Männern Lust auf mehr gemeinsame Zeit mit ihren Kindern machen“, sagt Peter Mender, Präsident des Katholischen Familienverbandes.
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Der Befund ist ernüchternd. „Nur rund 18 Prozent der Väter gehen überhaupt in Karenz, und das ist meist ein kurzes Gastspiel“, berichtet Mender. „In dieser Zeit wird die Rolle der Frau als Hauptträgerin der Sorgearbeit festgezurrt. Selbst wenn sie wieder in die Erwerbsarbeit wechselt, bleibt die Zuständigkeit für die Kinder meist bei ihr.“
Mit der Kampagne lädt der Familienverband die Väter ein, ihren Teil der partnerschaftlichen Verantwortung zu übernehmen. „Wir stehen für Wahlfreiheit und gegen jeden Zwang. Was wir wollen, ist Mut machen“, sagt Mender. „Wer einmal erlebt, wie viel diese Zeit zurückgibt, will sie nicht mehr hergeben.“
Die Möglichkeiten stehen längst bereit. Neben der Karenz haben Väter Anspruch auf Elternteilzeit mit Kündigungsschutz, einen Rechtsanspruch auf Pflegefreistellung und die Chance auf den Papamonat. Checklisten und Erfahrungsberichte auf der neuen Homepage sollen den Einstieg erleichtern. „Ab dem Vatertag gibt es bis zum Schulstart wöchentlich eine neue Podcastfolge oder einen Artikel zum Thema Vatersein“, kündigt Mender an. Dazu kommt eine Social-Media-Kampagne, mit der der Familienverband das Thema erstmals auch auf TikTok aufgreift, humorvoll und aufmerksamkeitsstark.
Der Vatertag fällt heuer auf den 14. Juni. Das Thema begleitet den Familienverband aber das ganze Jahr. „Uns ist wichtig, dass Väter ihrer Verantwortung gerecht werden und sich aktiv und partnerschaftlich an der Erziehung der Kinder und im Haushalt beteiligen“, so Mender. Er dankt dem Familienministerium für die Unterstützung der Kampagne. Sein Wunsch zum Schluss, aus eigener Erfahrung als zweifacher Vater: „Kinder und Gleichstellung profitieren von mehr Väterbeteiligung. Am meisten aber profitieren wir Männer selbst, durch eine tiefere Bindung zu unseren Kindern und mehr gemeinsame Zeit. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr bei der Väterkarenz zumindest einen Zweier vor dem Komma stehen haben.“

