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"Sehr verkehrtes Suppenhuhn"

 

Gabriel (5 ½ J.) und sein Bruder Jakob (3 ½ J.) dürfen zweimal bei uns übernachten. Damit uns nicht langweilig wird, planen wir neben Spielplatzbesuchen einen Nachmittag beim Kasperl im Einkaufszentrum. Wir sind zu früh da und suchen uns den Platz, an dem der Kasperl auftreten wird. Es sind schon eine Menge kleiner Sessel gestellt, für Eltern oder in unserem Fall Großeltern, gibt es am Rand und rückwärts einige große Sessel. Der Titel der Kasperlgeschichte heißt: „Kasperl und der Umweltteufel“, das beschäftigt Jakob und Gabriel.

 

 

Wir diskutieren, was der Umweltteufel so alles anstellen könnte und vor allem wie er wohl aussehen wird. Endlich ist es soweit, wir nehmen unsere Plätze ein. Gabriel sucht sich sofort einen Platz in der ersten Reihe. Jakob ist etwas vorsichtiger, er möchte eher einen Sicherheitsabstand, man kann ja nie wissen. Der Kasperldarsteller kommt ohne Kasperl vor die Bühne und der Spaß beginnt mit seiner verdrehten Begrüßung. Die Kinder wissen es natürlich besser, sie lachen und brüllen, wie es richtig heißt und schon sind sie live dabei. Zumindest Gabriel tritt in Dialog und ruft ständig nach vorne. Jakob hat sich einen sicheren Platz bei Opa gesucht. Er kommt erst am Ende des Stückes zum Kasperl, als dieser Zuckerl an alle Kinder verteilt. Die Papierl werfen wir natürlich in den Mistkübel, das hat uns der Kasperl gelernt.

 

Strafminuten auf der Bank

 

Nach dem Kasperltheater besuchen wir den kleinen Spielbereich für Kinder bis 6 Jahre. Gabriel und Jakob stürzen sich ins Gewühl und sind nicht immer sehr rücksichtsvoll, wenn sie mit großen Polsterbausteinen die Rutsche hinaufklettern und damit wieder hinunterrutschen. Als es Jakob mit seiner Wildheit etwas übertreibt, hole ich ihn zu mir und erkläre ihm, dass er auf die jüngeren aufpassen muss. Jetzt muss er mal 5 Minuten bei mir auf der Bank sitzen um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Er nutzt die Auszeit für eine kleine Jausen Pause, Getränke und Snacks habe ich natürlich im Rucksack dabei. Danach zischt er wieder ab.

 

Jå und na

 

Samuel (1 ½ J.), kann noch nicht sehr viele Wörter, es ist aber ein Spaß, mit ihm zu kommunizieren. Er weiß genau was er will und mit Fragen kann ich das leicht herausfinden. Wenn ich ihn zum Beispiel frage: „Samuel, magst du was trinken?“, antwortet er in ehrlicher Mundart: „jå“ oder ich sage: „Komm, wir gehen Schuhe anziehen,“ und es kommt von ihm ein spontanes: „na“, dann muss ich meine Aufforderung anders formulieren. Vielleicht: „Wir gehen jetzt auf den Spielplatz, komm schnell!“

 

Verkleiden, Schminken in Rollen schlüpfen

 

Unsere Enkerl haben es in den Genen, alle in unserer Familie verkleiden und schminken sich gerne. Dazu braucht es nicht unbedingt den Fasching, das ganze Jahr hindurch sind Verkleidungen griffbereit. Samuel haben es die Prinzessinnenkleider seiner großen Schwester Antonia (3 ½ J.) angetan. Gemeinsam posieren sie mit einem Strahlen im Gesicht, mit ihren lila und türkisen Kleidchen vor der Kamera. Zu meinem Geburtstag, Mitte Februar gibt es traditionell eine Faschingsparty bei Oma. Alle werden verkleidet sein, natürlich auch unsere Töchter, die Schwiegersöhne und Oma und Opa. Ich bin schon gespannt, was sie sich dieses Jahr einfallen lassen.

 

Geschenke von Lenie

 

Lenie (5 ¼ J.) wohnt im Haus neben uns und ist für zwei Stunden bei mir zu Besuch. Wir sitzen am Boden und sortieren unsere vielen Glasmurmeln, Steine und Muscheln. Das machen alle Enkelkinder gerne, dabei kommen wir so richtig zur Ruhe. Auch die vielen Tierfiguren und Bausteinen haben es und angetan. Wir bauen Gehege und trennen die gefährlichen Wildtiere von den Haustieren. Kurz bevor Lenie abgeholt wird, hat sie eine Idee. Sie möchte mir etwas basteln. „Oma, håst du a Glasl mit am Deckl?“ fragt sie mich. Wir suchen ein passendes Marmeladenglas, bei dem wir das Etikett entfernen. Lenie ist zufrieden und geht mit ihrem Papa nachhause. Eine halbe Stunde später läutet es. Lenie steht strahlend vor der Tür und überreicht mir ihr selbstgebasteltes Geschenk. In das Glas hat sie Wasser und Glitzerstaub gefüllt, auf das Glas ein Katzengesicht gemalt (da hat ihr Papa ein wenig mitgeholfen) und auf den Deckel hat sie zwei Ohren geklebt – selbst ausgeschnitten und bemalt. Sie zeigt mir, wie ich das Glas schütteln muss, damit es wunderbar glitzert. Ich freue mich sehr über das schöne Geschenk.

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